Islamische Religionsgemeinschaft DITIB Hamburg und Schleswig-Holstein e. V.

Demonstration der Muslim Interaktiv bedroht unsere Gesellschaft

LandesverbandHamburg, 2. Mai 2024

Am vergangenen Samstag versammelten sich im Hamburger Stadtteil St. Georg über tausend Menschen muslimischen Glaubens zu einer Demonstration, bei der extremistische Parolen skandiert wurden. Eine Entwicklung, die nicht nur zutiefst besorgniserregend für das friedliche Miteinander in unserer Stadtgemeinschaft ist, sondern auch eine Herausforderung für unsere demokratischen Werte darstellt.

Die Gruppierung, welche zu der Demonstration aufgerufen hat, ist den Behörden seit Jahren bekannt. Der Verfassungsschutzbericht von 2020 bis 2022 erläutert klar und deutlich das Netzwerk rund um diese Gruppierung und stuft diese als extremistisch ein. Vor diesem Hintergrund sollte die Gefahr für unser Zusammenleben in Hamburg nicht unterschätzt werden. Besonders vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten versuchen solche marginalen Gruppen das Leid der Menschen für die eigenen Zwecke zu nutzen. Seien es solche, die gegen Muslime hetzen, weil sie mit den Palästinensern fühlen, oder solche wie zuletzt in Hamburg, die gegen unsere Werte predigen und skandieren.

Die Mehrheit der Muslime sowohl in Hamburg als auch in ganz Deutschland setzt sich für Frieden und Zusammenhalt ein. Dies ist auch nach dem 7. Oktober so geblieben, obwohl die Atmosphäre und die Spannungen die Grenzen des Ertragbaren stets aufs Neue ausloten. Sie sind in den letzten Wochen und Monaten ausschließlich mit dem Grundverständnis auf die Straße gegangen, sich für das Leben und die Würde eines jeden Menschen einzusetzen, und haben Deeskalation und Maß eingefordert. Diese besonnene Haltung ist den muslimischen Gemeinschaften in unserer Stadt zu verdanken. Die Verlautbarungen, religiösen Dienstleistungen und die Predigten der DITIB waren Balsam gegen Spaltung und Zwietracht in unserer Gesellschaft. Daher erwarten wir eine größere Wertschätzung der Beiträge von islamischen Verbänden.

Es steht außer Frage, dass wir als Gemeinschaft eine klare ablehnende Haltung gegenüber extremistischen Organisationen einnehmen. Diese unsere Grundhaltung als Religionsgemeinschaft ist der Gesellschaft, der Politik und den Medien wohlbekannt, daher sind die Forderungen nach einer Distanzierung obsolet. Dennoch möchten wir hiermit erneut unsere Haltung zu dieser Veranstaltung sowie den dabei skandierten Parolen nochmals betonen: Jedwede antidemokratische Haltung, auch wenn sie sich unter dem Deckmantel vermeintlich religiöser Begriffe oder Symbole versteckt, lehnen wir strikt ab. Das Grundgesetz und die freiheitlich-demokratische Ordnung sind die Basis unseres Zusammenlebens, zu dem wir als DITIB fest und unverrückbar stehen.

Mehmet Gök DITIB-Landesvorsitzender

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Pressestelle DITIB Nord